Beim 20. Jubiläum der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) in Berlin waren auch zahlreiche Vertreter:innen der gbs-Regionalgruppen aus Baden-Württemberg und Rhein-Main anwesend. Mitglieder der Regionalgruppen im Kreis der Giordano-Bruno-Stiftung (gbs) aus Rhein-Neckar, Karlsruhe, Stuttgart, Bodensee sowie aus der Rhein-Main-Region reisten an, um gemeinsam mit Wissenschaftler:innen, säkularen Aktivist:innen und Gästen aus Politik und Medien das Wirken von fowid zu würdigen.

Vertreterinnen und Vetreter von gbs Regionalgruppen aus Baden-Württemberg bei der fowid Tagung

Die Veranstaltung in der Friedrich-Ebert-Stiftung markierte gleich zwei besondere Anlässe: das 20-jährige Bestehen von fowid und den 80. Geburtstag des Gründers und Leiters Carsten Frerk. In Vorträgen und Diskussionen wurde deutlich, wie stark sich fowid in den vergangenen zwei Jahrzehnten zu einer zentralen Instanz für Religionsstatistik, Weltanschauungsforschung und Säkularisierung in Deutschland entwickelt hat.

Seit seiner Gründung liefert fowid empirisch fundierte und ideologisch unabhängige Daten über Religion, Konfessionszugehörigkeit und weltanschauliche Entwicklungen. Medien, Forschungseinrichtungen und politische Institutionen greifen regelmäßig auf diese Daten zurück, wenn es um faktenbasierte Analysen der religiösen Landschaft in Deutschland geht. Besonders in der Diskussion um den stetig wachsenden Anteil konfessionsfreier Menschen spielen fowid-Erhebungen eine zentrale Rolle. Jährlich veröffentlicht Carsten Frerk das Tortendiagramm mit den geänderten Größen der Religionszugehörigkeit in Deutschland. Nun wurde ihm als Anerkennung eine echte „fowid-Torte“ überreicht.

Aktuelle Zahlen belegen: Rund 92 Prozent der Konfessionsfreien bleiben dauerhaft ohne Religionszugehörigkeit. Diese hohe „Haltequote“ zeigt, dass der Trend zur Säkularisierung kein kurzfristiges Phänomen ist, sondern einen tiefgreifenden gesellschaftlichen Wandel beschreibt.

Während der Jubiläumstagung wurde intensiv über Themen wie staatliche Neutralität, Privilegien von Religionsgemeinschaften und die politische Repräsentation konfessionsfreier Menschen diskutiert. Vertreter:innen der gbs-Regionalgruppen brachten dabei ihre Perspektiven aus der säkularen Basisarbeit ein und betonten, wie wichtig die Vernetzung von Forschung, Aufklärung und gesellschaftlichem Engagement ist.

fowid steht nach zwei Jahrzehnten für eine aufgeklärte und datenbasierte Religionsforschung, die religiöse und weltanschauliche Vielfalt empirisch greifbar macht. In einer Zeit, in der traditionelle Glaubensbindungen abnehmen und individuelle Spiritualität neue Formen annimmt, schafft fowid Orientierung und liefert die Grundlage für sachliche Diskussionen.

Das Jubiläum verdeutlicht: Die Arbeit von fowid ist nicht nur wissenschaftlich relevant, sondern auch gesellschaftlich unverzichtbar. Sie stärkt die Position säkularer und humanistischer Gruppen in der öffentlichen Debatte – und verbindet Menschen, die sich für eine freiheitlich-säkulare Gesellschaft einsetzen, von Rhein-Neckar über Stuttgart bis zum Bodensee und Rhein-Main.